Rahmen statt Grenze

Warum Kinder Freiheit brauchen – und Erwachsene den Mut, Halt zu geben

Iris Biensack - Allgemeine Erziehungswissenschaftlerin (B.A.) & Pädagogin

Einleitung

Ich werde in meiner Arbeit immer wieder gefragt: „Was mache ich, wenn es schwierig wird?“ Wenn ein Kind nicht mitmacht. Wenn es trotzt, sich verweigert, weint, laut wird oder scheinbar alles sprengt. Und oft folgt eine zweite Frage, leiser ausgesprochen: „Mache ich etwas falsch?“

Ich schreibe diesen Text aus zwei Perspektiven, die sich für mich seit vielen Jahren gegenseitig durchdringen: als Erziehungswissenschaftlerin, die zu Erziehung und ihren Wirkungen forscht, und als Pädagogin, die seit über 30 Jahren Erziehung praktisch lebt. Ich bin Mutter von zwei Töchtern, eine von ihnen ist autistisch.

Darüber hinaus habe ich Kinder und Jugendliche in sehr unterschiedlichen Lebenslagen begleitet: in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit ganz unterschiedlichen Entwicklungsstörungen – Autismus, ADHS, ADS und vieles mehr –, in der Kinder- und Jugendhilfe, mit Teenager-Müttern, in schulischen Kontexten und in weiteren pädagogischen Feldern. In der Jugendhilfe habe ich auch Kinder und Jugendliche begleitet, die Missbrauch in unterschiedlichen Formen erlebt haben – körperlich, seelisch, sexualisiert oder strukturell. Diese Erfahrungen haben mein Verständnis von Schutz, Verantwortung und der Bedeutung verlässlicher Erwachsener nachhaltig geprägt.

An wen richtet sich dieser Text?

Dieser Text ist in erster Linie für Eltern von Kindergartenkindern geschrieben – für alle, die sich fragen, wie viel Orientierung ihr Kind braucht und wie sie diese geben können, ohne zu streng oder zu nachgiebig zu sein. Er kann aber auch für pädagogische Fachkräfte und Elternbeiräte hilfreich sein, die mit Eltern im Gespräch sind. Wenn Sie diesen Text in einem solchen Kontext nutzen möchten, verstehen Sie ihn bitte als Gesprächsgrundlage, nicht als Vorhaltung. Fragen Sie: Was davon spricht Sie an? Was verunsichert Sie? Was könnten wir gemeinsam versuchen?

Was dieser Text will – und was nicht

Dieser Text möchte niemanden bewerten oder verurteilen. Er möchte Eltern ernst nehmen – in ihrer Liebe zu ihren Kindern und in ihrer Verantwortung. Er möchte entlasten und ermutigen zugleich. Er kann nicht alle Lebenswelten abbilden. Kinder mit besonderen Bedarfen – sei es durch Behinderung, Trauma, chronische Erkrankungen oder andere Lebensumstände – brauchen manchmal andere oder zusätzliche Formen der Unterstützung. Das ist kein Widerspruch zum Rahmengedanken, sondern eine Vertiefung davon. Was ich hier beschreibe, sind Grundprinzipien, die individuell angepasst werden müssen.

Warum ich diesen Text geschrieben habe

In all meinen Arbeitsfeldern begegnet mir immer wieder dieselbe Grundfrage – unabhängig von Milieu, Bildung oder Lebenslage: Wie viel Freiheit braucht ein Kind? Und wie viel Begrenzung darf – oder muss – ich ihm zumuten?

Viele Eltern spüren sehr genau, dass Kinder Orientierung brauchen. Und gleichzeitig fällt es ihnen schwer, konsequent zu sein. Nicht aus Gleichgültigkeit – sondern aus Liebe. Aus Angst, zu streng zu sein. Aus Angst, dem Kind etwas zu nehmen. Und oft aus einer sehr tief sitzenden Sorge: Was, wenn mein Kind mich dann nicht mehr liebt?

An dieser Stelle möchte ich etwas sagen, das trösten und entlasten darf: Kinder verlieren ihre Liebe nicht, weil Erwachsene ihnen Halt geben. Dafür muss sehr viel passieren. Selbst Kinder, die zu wenig bekommen haben – bis hin zu echter Vernachlässigung –, halten häufig an der Beziehung fest. Diese schmerzhafte Erkenntnis verdanke ich vor allem meiner Arbeit in der Jugendhilfe.

Was Kinder hingegen tief verunsichert, ist nicht Klarheit. Es ist Unberechenbarkeit. Heute so. Morgen anders. Heute erlaubt, morgen verboten – ohne inneren Zusammenhang.

Was die Forschung zeigt

Aus der Bindungsforschung wissen wir: Kinder, die verlässliche Strukturen erleben, entwickeln ein inneres Modell von Sicherheit. Sie lernen: Ich kann mich auf die Welt verlassen – und deshalb kann ich sie erkunden. Die Entwicklungspsychologie zeigt: Verlässliche Rahmen fördern Lernfähigkeit, emotionale Sicherheit und Selbstregulation. Sie nehmen dem Menschen – schon früh – die Last, ständig entscheiden zu müssen, was gilt. Und genau dadurch entsteht Freiheit: der innere Raum, den ein kreativer Geist und eine gesunde seelische Entwicklung brauchen.

Rahmen statt Grenzen

Der Begriff „Grenzen“ schreckt viele ab. Er klingt nach Härte, nach Macht, nach Einschränkung. Ich spreche deshalb bewusst von Rahmen. Ein Rahmen ist kein Käfig. Er ist ein Schutzraum. Und Kinder zeigen uns oft, wenn ihnen ein Rahmen fehlt – durch Unruhe, Überforderung, Rückzug oder aggressives Verhalten. Das ist kein Vorwurf an uns Erwachsene. Es ist ein Signal.

Warum Kinder Rahmen brauchen

Kinder kommen nicht als kleine Erwachsene zur Welt. Sie bringen Neugier, Lebendigkeit, Gefühle, Fantasie und Körperimpulse mit – aber noch keine innere Ordnung, keine Übersicht über Folgen und keine stabile Selbststeuerung.

Damit sich Körper, Geist und Seele gesund entwickeln können, brauchen Kinder Sicherheit („Ich bin geschützt“), Verlässlichkeit („Ich weiß, woran ich bin“) und Geborgenheit („Ich werde gehalten, auch wenn es in mir stürmt“). Ein klarer, altersgemäßer Rahmen erfüllt genau diese Funktionen. Er entlastet Kinder davon, ständig selbst herausfinden zu müssen, wo Schluss ist. Und er entlastet Erwachsene davon, alles aushandeln zu müssen. Ein Rahmen sagt: Ich halte das für dich. Du musst das noch nicht können.

Der Unterschied zwischen Wunsch und Bedürfnis

Ein Kind wünscht sich vielleicht, nicht in den Kindergarten zu gehen, den ganzen Tag Süßigkeiten zu essen oder bis Mitternacht aufzubleiben. Was es tatsächlich braucht, ist oft etwas anderes: Struktur, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, soziale Erfahrungen. Eltern, die jeden Wunsch erfüllen, verwechseln manchmal Liebe mit Nachgiebigkeit – und erschöpfen sich dabei oft selbst. Kinder zu lieben bedeutet nicht, ihnen alles zu ermöglichen. Es bedeutet, zu erkennen, was sie wirklich brauchen – auch wenn das kurzfristig zu Protest führt.

Was ein Rahmen nicht ist

Viele Missverständnisse entstehen dort, wo Rahmen mit Härte verwechselt werden. Ein Rahmen bedeutet nicht, Kinder zu bestrafen, Machtkämpfe zu führen oder Regeln ohne Beziehung durchzusetzen. Er ist auch kein autoritäres „Durchgreifen“ und schon gar keine emotionale Kälte.

Wenn Erwachsene sehr streng werden, geschieht das oft aus Überforderung. Und wenn sie sehr nachgiebig sind, passiert das häufig aus Angst, das Kind zu verletzen oder die Beziehung zu gefährden. Beides ist menschlich – und beides entspringt meist demselben Wunsch: Es soll dem Kind gut gehen.

Ein tragender Rahmen wählt einen anderen Weg. Er setzt nicht auf Angst, sondern auf Orientierung. Nicht auf Macht, sondern auf Verantwortung. Nicht auf Kontrolle, sondern auf Beziehung. Ein Rahmen ist kein Mittel, um Kinder gefügig zu machen. Er ist eine Form von Fürsorge – besonders dann, wenn Kinder selbst noch keine innere Ordnung entwickeln können.

Rahmen sind altersabhängig – und müssen mitwachsen

Ein häufiger Irrtum besteht darin zu glauben, ein Rahmen müsse immer gleichbleiben. Das Gegenteil ist der Fall. Ein zweijähriges Kind braucht einen engen, stabilen Rahmen. Ein fünfjähriges Kind braucht mehr Spielraum, aber weiterhin klare Orientierung. Was heute schützt, kann morgen einengen. Was heute noch überfordert, kann morgen möglich sein.

Rahmen brauchen Individualität

Aber nicht nur das Alter spielt eine Rolle – jedes Kind ist anders. Der Rahmen für meine autistische Tochter musste anders aussehen als der für meine andere Tochter. Nicht weniger klar, nicht weniger liebevoll – aber anders gestaltet, weil ihre Bedürfnisse, ihre Wahrnehmung, ihre Art, die Welt zu erleben, anders waren.

Das bedeutet: Sich einzulassen. Hinzuschauen. Zu erkennen, wie und wo ich als Elternteil den Rahmen setzen muss – nicht nach einem Schema, sondern passend zu diesem Kind, in dieser Situation. Es bedeutet auch: manchmal auszuprobieren, sich zu irren und es neu zu versuchen.

Ein guter Rahmen ist deshalb entwicklungsabhängig, individuell auf das Kind abgestimmt, beweglich und immer an Beziehung gebunden. Nicht starr. Aber auch nicht beliebig.

Was ein Rahmen im Alltag bedeuten kann – Beispiele

Anziehen im Kindergartenalter

„Wir ziehen uns morgens gemeinsam an. Du darfst wählen, welches Shirt – aber angezogen wird.“ Das Kind erlebt Wahlfreiheit innerhalb eines sicheren Rahmens, keine Überforderung und einen verlässlichen Ablauf.

Essen

„Wir essen gemeinsam am Tisch. Du musst nichts essen, aber das Essen bleibt auf dem Tisch.“ Das ist kein Zwang. Es ist Orientierung.

Gefühle und Verhalten

„Alle Gefühle sind erlaubt. Nicht jedes Verhalten ist es.“ Ein Kind darf wütend sein. Aber es braucht Erwachsene, die sagen: „Ich sehe deine Wut – und ich halte dich davon ab, andere zu verletzen.“ Das ist keine Härte. Das ist Schutz.

Die Zumutung: Kinder brauchen Erwachsene, die mehr aushalten als sie selbst

Hier möchte ich bewusst klar werden – und persönlich. Ich schreibe nun nicht als Wissenschaftlerin, sondern als Mutter und Pädagogin, die selbst erlebt hat, wie schwer es sein kann, standhaft zu bleiben.

Meine Töchter waren oft wütend auf mich. Sehr wütend. Und das durfte sein. Heute, als junge Erwachsene, sagen sie mir rückblickend, dass es gut war, dass ich ihnen Dinge zugemutet habe. Dass ich nicht ausgewichen bin, wenn es anstrengend wurde – und dass sie dabei etwas gelernt haben, das geblieben ist.

Ein Beispiel

Meine Töchter mussten von klein auf im Haushalt mithelfen. Schon im Kindergartenalter haben wir gemeinsam das Bad sauber gemacht. Das war selten schnell. Oft hat es Stunden gedauert. Warum? Weil sie daraus ein Spiel gemacht haben. Mal war ich die böse Königin, die sie – wie Aschenputtel – herumkommandiert hat. Ein anderes Mal waren sie Seereisende, die sich auf eine lange Fahrt vorbereiteten und ihr Schiff versorgten. Sie haben geputzt, gespielt, gestritten, gelacht, pausiert – und weitergemacht.

Für mich war das kein pädagogischer Trick. Es war ein Rahmen: Wir gehören zusammen. Wir tragen gemeinsam Verantwortung. Und ihr dürft euren eigenen Zugang dazu finden.

Meine jüngere Tochter K. erinnert sich heute so daran:

Wenn ich an unsere Kindheit zurückdenke, war der Rahmen, den unsere Eltern gesetzt haben, einfach da – nicht als etwas Großes oder Pädagogisches, sondern als Teil unseres Alltags. Wenn es hieß, jetzt wird geputzt, fanden meine Schwester und ich das oft erst mal doof, und dann haben wir daraus ein Spiel gemacht: mit Schaum gematscht, Geschichten erfunden und stundenlang „geputzt“, ohne wirklich sauber zu machen. Unsere Eltern haben das zugelassen, mitgemacht, uns ernst genommen und sich bedankt, auch wenn sie später noch einmal richtig sauber gemacht haben. Heute sehe ich, wie gut mir das getan hat: Wir mussten nicht funktionieren, sondern durften Kinder sein, wussten aber trotzdem, dass es einen Rahmen gibt, der hält – und genau das hat meine Kindheit leicht und sicher gemacht.

Meine ältere Tochter L. ergänzt:

Den uns gebotenen Rahmen empfinde ich aus heutiger Sicht als gute und wichtige Grundlage in meiner Kindheit. Ich habe gelernt, Verständnis, Sicherheit, Orientierung sowie Eigenverantwortung, Struktur und Empathie für mein eigenes Handeln zu entwickeln, auch wenn es nicht immer leicht war.

Kinder brauchen keine Erwachsenen, die immer verstanden werden wollen. Sie brauchen Erwachsene, die Verantwortung übernehmen – auch dann, wenn es kurzfristig ungemütlich wird. Ein Kind darf wütend auf seine Eltern sein. Es darf enttäuscht sein. Es darf protestieren. Was es nicht tragen sollte, ist die Verantwortung dafür, ob Erwachsene standhalten.

Elterliche Liebe zeigt sich nicht darin, alles zu vermeiden, was weh tun könnte – sondern darin, dazubleiben, auch wenn das Kind tobt. Das ist anstrengend. Und es ist zutiefst menschlich, daran zu zweifeln. Aber genau hier entsteht Bindung.

Rahmen sind Haltung, keine Technik

Rahmen entstehen nicht durch Regelkataloge. Sie entstehen durch innere Haltung. Ein tragender Rahmen sagt: Ich sehe dich. Ich nehme dich ernst. Ich übernehme Verantwortung – damit du Kind sein darfst. Nicht perfekt. Nicht immer ruhig. Aber verlässlich.

Ein Wort an die Eltern: Auch ihr braucht Halt

Ein tragender Rahmen braucht Erwachsene, die innerlich genug Kraft haben, ihn zu halten. Dazu gehört mehr als Konsequenz. Dazu gehört auch Humor. Elternsein bedeutet nicht, immer ernst, immer richtig oder immer souverän zu sein. Es bedeutet auch, über sich selbst lachen zu können. Und manchmal – liebevoll – auch über das eigene Kind. Nicht aus Spott, sondern aus Nähe. Humor entspannt, verbindet und hilft, schwierige Situationen nicht zu verhärten.

Selbstfürsorge ist keine Frage der Disziplin

Selbstfürsorge ist keine Frage der Disziplin, sondern der Möglichkeiten. Wenn Sie erschöpft sind, ist das keine Schwäche. Es ist ein Zeichen dafür, dass Sie an Ihre Grenzen gehen – und dass Sie Unterstützung verdienen. Rahmen geben zu können, setzt voraus, dass Sie selbst gehalten werden.

Das kann bedeuten: Ein Gespräch mit einer Freundin, professionelle Unterstützung durch Beratungsstellen, Entlastung durch Partner, Familie oder andere Bezugspersonen. Manchmal auch: sich einzugestehen, dass Sie nicht alles alleine schaffen können. Das ist keine Kapitulation. Das ist Verantwortung für sich selbst.

Unterschiedliche Bezugspersonen – unterschiedliche Wege

Kinder brauchen Beziehung – verlässliche, tragende Beziehungen. In vielen Familien gibt es zwei primäre Bezugspersonen, die unterschiedliche Rollen einnehmen. Wenn ich im Folgenden von „Mutter“ und „Vater“ spreche, dann meine ich damit Rollen, nicht biologische Geschlechter oder eine bestimmte Familienform. Diese Überlegungen gelten für alle Elternpaare – egal, welches Geschlecht sie haben oder in welcher Konstellation sie leben.

In vielen Familien sind diese beiden primären Bezugspersonen unterschiedlich – und das ist gut so. Nicht, weil sie gleich sein sollen, sondern gerade, weil sie es nicht sind. Besonders die Person, die oft die Hauptorganisation trägt, steht vor der Herausforderung, auszuhalten, dass die andere Person Dinge anders macht. Nicht so vorsichtig. Nicht so organisiert. Nicht so, wie man es selbst tun würde.

Und doch: Diese Person liebt das Kind genauso. Erinnert euch an die erste Begegnung außerhalb des Bauches der Mutter: an diesen Geruch, dieses erste Halten, dieses überwältigende Gefühl, bei dem alles andere plötzlich unwichtig wurde. Dieses Wissen im Körper: Ich würde alles für dieses kleine Wesen tun. Sie kann es. Sie macht es nur anders. Und dieses Andere hat seine Berechtigung. Es ist nicht weniger richtig. Es ist anders richtig.

Dort, wo ein Elternteil allein erzieht, gilt dasselbe Prinzip: Auch andere Bezugspersonen – Großeltern, Freunde, Paten – dürfen Dinge anders machen. Und Kinder profitieren davon. Kinder profitieren davon, wenn Erwachsene sich nicht gegenseitig korrigieren, sondern einander zutrauen, Beziehung zu gestalten. Auch das ist ein Rahmen – für die Kinder und für die Erwachsenen.

Eine Einladung zur Selbstreflexion

Vielleicht möchten Sie für sich selbst nachdenken: Wann fällt es mir leicht, klar zu sein? Wann weiche ich aus – und warum? Was macht es mit mir, wenn mein Kind protestiert? Wer unterstützt mich dabei, standhaft zu bleiben? Was würde ich brauchen, um meinem Kind mehr Halt geben zu können?

Das sind keine Fragen, die Sie beantworten müssen. Aber sie können helfen, Ihren eigenen Weg klarer zu sehen.

Zum Schluss

Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen Halt geben – klar, warm, verlässlich und ihrer Entwicklung angemessen. Ein guter Rahmen ist kein starres Konstrukt, sondern etwas Lebendiges, das sich immer wieder überprüfen und anpassen lässt. Er schützt Kinder, weil er Orientierung bietet. Und genau dadurch ermöglicht er ihnen, sich frei zu entfalten.

Wenn Erwachsene präsent bleiben, auch wenn es schwierig wird, entsteht ein Raum, in dem Kinder wachsen können: sicher, geborgen und mutig genug, die Welt zu entdecken.

Wenn Sie Zweifel haben, ob Sie etwas „falsch“ machen: Es ist schwer, Eltern zu sein. Es darf schwer sein. Und wenn Sie sich diese Fragen stellen, machen Sie bereits etwas sehr richtig – Sie nehmen Ihre Verantwortung ernst.

Zur Verfasserin

Iris Biensack ist Allgemeine Erziehungswissenschaftlerin (B.A.) und staatlich anerkannte Jugend- und Heimerzieherin. Sie ist seit über 30 Jahren pädagogisch in unterschiedlichen Feldern tätig, unter anderem in der Arbeit mit Kindern mit besonderen Bedarfen, in der Kinder- und Jugendhilfe sowie im schulischen Kontext.
Sie ist Mutter von zwei Töchtern, eine von ihnen ist autistisch. Ihre Perspektive verbindet wissenschaftliche Reflexion mit langjähriger pädagogischer Praxis.

 

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