Was mich bewegt - Blog

Erziehung ist eine Kunst – so formulierte es bereits Immanuel Kant. Eine Kunst, weil sie Urteilskraft, Ethik und praktische Weisheit verlangt und nie technisch vollständig beherrschbar ist. Johann Friedrich Herbart präzisierte später: Erziehung ist die Kunst, Pädagogik ihre reflektierende Kunstlehre.

Diese fast vergessene Unterscheidung bewegt mich bis heute. Denn sie macht sichtbar, was in vielen aktuellen Debatten untergeht: Erziehung ist keine Methode. Sie ist eine ethische Praxis im Umgang mit dem Unvorhersehbaren.

Kunst bedeutet dabei nicht Beliebigkeit. Im Gegenteil: Erziehung braucht gut ausgebildete, reflektierte Fachkräfte – Menschen, die ihr Handeln begründen können und Verantwortung übernehmen. Professionalität entsteht nicht durch Rezepte, sondern durch Urteilskraft.

Meine Arbeit bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld – zwischen verantworteter Praxis und theoretischer Klärung, zwischen konkretem Fall und strukturellem Zusammenhang. Wie treten Menschen in sozialen Verhältnissen zu sich selbst und zur Welt in Beziehung? Und was ermöglicht oder begrenzt dabei Lernen, Bildung und Entwicklung?

Genau deshalb braucht Erziehung beides: Gestaltungskraft – und wissenschaftliche Reflexion.

In diesem Blog denke ich diese Fragen weiter – aus konkreten Erfahrungen, aus Konflikten, aus institutionellen Spannungen. Hier versuche ich, die Bedingungen sichtbar zu machen, unter denen Lernen möglich wird – oder scheitert.

Ich schreibe, weil ich glaube, dass wir uns in pädagogischen Fragen keine gedankliche Bequemlichkeit leisten dürfen.

Manchmal fürchten wir, dass unsere Liebe nicht reicht. Vor allem, wenn ein zweites Kind kommt. Doch Liebe lässt sich nicht teilen wie ein Stück Käsekuchen – sie entsteht im Alltag, im Fühlen, im Vertrauen in die eigene Erfahrung. Dieser Text erzählt von der Angst, etwas zu verlieren, und davon, wie Liebe sich gerade dann entfaltet, wenn wir aufhören, sie erklären zu wollen.

Pädagogik ist nicht beliebig – sie ist begründungspflichtig. Dieser Essay richtet sich an Fachkräfte, die mehr wollen als Methoden sammeln. Er zeigt, warum jedes pädagogische Handeln ein Menschenbild voraussetzt, weshalb eklektische Praxis Kindern schadet und wie professionelle Verantwortung entsteht: durch Kohärenz, Kritikfähigkeit und die Bereitschaft, Entwicklungsfragen wirklich zu hören. Ein Text für alle, die pädagogische Freiheit nicht mit Beliebigkeit verwechseln – und die bereit sind, ihren eigenen Ansatz zu begründen. „Pädagogische Freiheit ohne Begründung ist keine Freiheit, sondern Willkür.“

Rahmen statt Grenze

Wie viel Freiheit braucht ein Kind – und wie viel Halt braucht es von uns? Dieser Essay lädt Eltern dazu ein, Orientierung neu zu denken: nicht als Strenge, sondern als Beziehung. Er erzählt davon, warum Kinder verlässliche Rahmen brauchen, warum Protest kein Scheitern ist und weshalb Erwachsene manchmal mehr aushalten müssen als ihnen lieb ist. Ein Text für alle, die spüren: Liebe allein reicht – aber sie braucht Form, Mut und einen klaren inneren Standpunkt. „Ein Rahmen ist kein Käfig. Er ist ein Schutzraum.“

Liebe – eine Rekonstruktion

Dieser Essay ist Teil meiner Arbeit an einer professionellen Pädagogik, die Beziehung, Verantwortung und Macht neu denkt. Er richtet sich an Fachkräfte, die jenseits von Techniken über Haltung sprechen wollen – und die das Wort „Liebe“ nicht den falschen Händen überlassen möchten.