„Pädagogische Ethik. Urteilskraft entwickeln. Beziehung verantwortungsvoll gestalten.“
Wie entsteht ein Raum, in dem ein Mensch wirklich denken kann? Vielleicht beginnt er dort, wo wir uns selbst nicht mehr verstecken müssen. Wo wir spüren, dass Beziehung nicht Besitz meint, sondern ein stilles Angebot, gemeinsam wach zu bleiben. Pädagogische Ethik ist kein Regelwerk, das man auswendig lernt. Sie ist ein inneres Übungsfeld, in dem wir uns der eigenen Beweglichkeit stellen. Urteilskraft wächst nicht im schnellen Zugriff, sondern im tastenden Hinsehen, im Mut, Unsicherheit auszuhalten. Wer Verantwortung übernimmt, tut dies nicht aus Pflicht, sondern aus einer Haltung der Zugewandtheit – aus der Bereitschaft, sich berühren zu lassen, ohne sich zu verlieren. In diesem Zwischenraum entsteht etwas Kostbares – ein Denken, das nicht verteidigt, sondern verbindet.